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Ideen & Anregungen: Mehrweg

Öffentlich·2 Mitglieder

Die Krise besteht immer noch

Das Ding ist, ein Mensch, der aus dem Kinosaal kommt, denkt nicht viel. Ein Mensch, der ins Kino geht, denkt nicht viel. Überhaupt sind Menschen nicht besonders bewandert beim Denken. Komplexe Probleme werden umgeleitet, bis zur Unkenntnis vereinfacht, wegignoriert. Egal wie intuitiv etwas ist, es wird noch intuitiver gemacht, bis man sich fragt, weshalb man sich überhaupt Mühe gibt. Und das Tolle: Das fängt schon beim Lesen an. Natürlich gibt es glücklicherweise etliche Ausnahmen, doch für dieses wahnsinnig faszinierende Phänomen sehen wir tagtäglich Beispiele. Gäste, die um das Hinweisschild in der Passage herumgreifen, um den Aufzugknopf zu drücken. Gäste, die im Aufzug stehen und sich beschweren dass er kaputt ist, mit dem unfassbar großen Hinweisschild direkt hinter ihnen. Man denkt: "Das ist zu viel Text, das überfordert, man muss Verständnis haben". Aber nein, selbst die Symbolsprache wird mit Eifer vergessen, kleine Männchen und leuchtend bunte Zeichen ringen erfolglos um Einlass in die Geistesgegenwart der Leute. Stehen wir nach einem 3D-Film vorm Kinosaal, so kommen die Besucher heraus, sich hilflos im Kreis drehend wie kleine verängstigte Kreisel, die großen, ratlosen Augen zu den Mitarbeitenden gewandt, auf der verzweifelten Suche nach Antworten. Wo denn die 3D-Brillen hinkämen, fragen sie. "Unten in den Schlitz am grünen Wagen, auf Wiedersehen, dankeschön, die Becher zu mir" sagen wir dann, was wir uns denken ist "unten in den Schlitz am grünen Wagen, wo sie die Brillen auch herhaben, der ganze Kasten ist grün und mit riesigen "Recycling"-Symbolen versehen, die Message ist in Textform auf die Seite gedruckt, auf den offensichtlichen Schlitz zeigen zwei große, grüne Pfeile mit dem Schriftzug "Brillen bitte hier rein"". Und genau diese eindeutige Symbolik und Beschriftung weisen die Mehrwegwägen auf. Eine eindeutige Bebilderung zeigt die Benutzung, die Elemente sind logisch auf ihre vorgesehene Aufgabe ausgelegt, die Bedienung ist sonnenklar. Menschen kippen ihren Kaffe in die Becherstapelhalter. Menschen hauen ihren Müll in das Getränkerestebecken. Menschen schütten ihre Getränkereste in den Deckelschlitz. Sieht man mal herumstreunende Gäste im Inbegriff der Wagennutzung, stehen sie unglaublich lange mit zusammengekniffenen Augen die Anleitung anstierend vor dem Gerät, um ihre halbvollen Becher dann mitsamt Deckel und Strohhalm in die Haltevorrichtung mit der falschen Größe zu schieben. Es gibt im Kollegium Wetten darüber, ob man mal jemals einen Becher bei der richtigen Größe einsortiert findet. Man schließe: Keiner liest das. Wer es liest, benutzt es falsch. Wer es nicht falsch benutzt, benutzt es als Einziger, und hätte seinen Becher eh der Person vor dem Kinosaal überreicht. Es wurde die Werbefäche für Green-Cinema erwähnt: Die Hälfte der Leute ist verwundert, dass sie den soliden Hartplastikbecher mit dem Recycling-Symbol darauf nicht mit nach Hause nehmen kann. Genau wie alle Gäste nach dem Ablageort der 3D-Brillen fragen, den sie wissen müssten, hätten sie die Werbefläche gelesen, beweist dies: Die Effizienz ist gering. In anderer Form wäre die Werbung vielleicht effektiver. Aber: Man muss gar nicht darauf verzichten! Der Lösungsvorschlag wurde im Forum schon gemacht. Die Wägen mit der tollen Werbung könnten weiterhin werben, hätten sie eine glatte Oberfläche zur Becherdeponierung. Wir sammeln die Becher zwar nach jedem Saalende vorm Saal ein, aber da könnte man dann auch seinen Becher draufstellen. Und die Werbefläche für die Klimaeffizienz des Kinos wäre immer noch da. Unberührt. Nur mit weniger Gästeverwirrung und reibungsloseren Endschichten. Das hätte natürlich auch in einem kompakten Blogeintrag wie dem schon Bestehenden gesagt werden können, jedoch hoffe ich, dass hiermit das Grundproblem und die allgemeinen Umstände nochmal besonders anschaulich dargelegt werden konnten, denn der andere Blogeintrag erwähnte das Problem bereits vor 7 Monaten. Und noch eine weitere Sache: Das Prinzip "lesen tut keiner, und wer es tut, erschwert mit gutem Willen aufgrund hiesiger Anweisungen den Arbeitablauf" zieht sich durch, denn vor jedem Film flackert beständig das Gebot 'Becher bitte stehen lassen" über die Leinwand. Wir stehen vor dem Saal und sammeln die Becher ein, und ärgern uns über jeden Becher, der nicht mit rausgenommen wird. Das Einsammeln nimmt viel Zeit in Anspruch, bei gleicher Arbeitsgeschwindigkeit sitzen mehr Leute wartend vor den Sälen. Die Leute die ihre Becher stehenlassen tun dies aus Faulheit, die Leute die den Hinweis lesen, nehmen ihre Becher voll aufopferungsvoller Höflichkeit mit zur Saaltür, nur um dann erschrocken zusammenfahrend "oh, entschuldigung" zu flüstern und kurz vor der sehnsüchtig ausgestreckten Hand kehrtzumachen, um ihre Becher pflichtbewusst an den Platz zurückzubringen. Als letztes Jahr auf einem der Dias durch den Hinweis eines aufmerksamen, außerordentlich klugen, athletischen Mitarbeiters ein Rechtschreibfehler auffiel, wurde dieser sehr schnell innerhalb von zwei Tagen eliminiert. (Der Rechtschreibfehler, nicht der Mitarbeiter). Daraus kann man vorsichtig ableiten, dass das technische Prozedere möglicherweise kein allzu großes Hindernis sein könnte. Für diese Änderungen wären wir denke ich alle sehr dankbar. Ich hoffe, diese Inhalte können ein Bestandteil zukünftiger Überlegungen sein. Das wär toll

52 Ansichten
Unknown member
Aug 19, 2025

Danke für dein Feedback lieber Becherstapler, wie du weißt sind auch wir nicht ganz zufrieden mit dem Mehrweghandling und haben verschiedene Möglichkeiten abgewogen und uns vorerst für den minimalinvasivsten Eingriff entschieden: Die Dias abzuändern um den Besuchern unsere Becherannahme vor dem Saal von vorn herein transparent zu machen. Natürlich gibt es hier noch weitere Baustellen die wir in Zukunft angehen möchten: zum Beispiel die Funktionalität und Optik unserer Becherkisten mit denen wir vor dem Saal stehen, deren Lagerung/ Positionierung zwischen den Aufräumschienen, die Bechersammelstationen oder das Handling im Mehrwegraum. Auch in den genannten Punkten haben wir deine Lösungsvorschläge mit aufgenommen und werden sie erörtern.

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